Führung zu den Amphibien im Steinbruch Nußloch

Exkursionsteilnehmer an einer Edelstahlwanne, die als Amphibienlaichgewässer dient.
Exkursionsteilnehmer an einer Edelstahlwanne, die als Amphibienlaichgewässer dient.

Das weitläufige Steinbruchgelände, in dem nach einer Pause seit drei Jahren wieder aktiver Abbau durch Heidelberg Materials stattfindet, bietet Lebensraum für viele Pflanzen und Tiere. Die Betreuung ist seit vielen Jahren ein Herzensprojekt von Gunther Schwabbauer, der sich ein breites praktisches Wissen angeeignet hat. Er ist mittlerweile auch Umwelt- und Naturschutzbeauftragter in Nußloch. Gerne kam er der Bitte des LEV nach, seine Erfahrungen in der Naturschutzarbeit bei einer Führung für das LEV-Team und Vertreter der Unteren Naturschutzbehörde zu schildern.

Der Schwerpunkt galt den Amphibien. Unter anderem kommen hier Raritäten wie Gelbbauchunke, Wechselkröte und Laubfrosch vor. Der LEV hatte 2023 aufgrund der guten Erfahrungen an der Bergstraße auch Herrn Schwabbaur bzw. der örtlichen NABU-Gruppe Edelstahl-Laichwannen zur Verfügung gestellt. Auch die Betreuenden in Nußloch waren von den Vorteilen dieser Wannen schnell überzeugt. So wurden in der Folgezeit auch etliche eigene angeschafft. Mittlerweile gibt es auf dem Steinbruchgelände, natürlich in Absprache mit dem Betreiber, über 25 dieser Kleingewässer.

Vor Ort zeigten sich fast alle mit Amphibien in verschiedenen Stadien besetzt. Überrascht hat, dass die Besiedelung mit Wasserorganismen und Algen trotz offenbar gleicher Bedingungen recht unterschiedlich war. Herr Schwabbaur berichtete, dass nach der obligatorischen Füllung im Vorfrühling trotz der extremen Hitze in den letzten Wochen noch kein einziges Mal Wasser nachgefüllt werden musste! Er zeigte auch verschiedene Konstruktionen von Abdeckgittern gegen Waschbären und andere Prädatoren. Deutlich wurde, dass die Edelstahlwannen unbedingt mit Kokosmatten als Ausstiegshilfe und Schutz gegen das heiße Metall für die Hüpferlinge ausgestattet sein müssen.

Neben den Erfahrungen aus dem Amphibienschutz berichtete Herr Schwabbaur viel Interessantes über Vorkommen und Schutz besonderer Tier- und Pflanzenarten, Maßnahmen für Insekten, Kulturversuche mit verschiedenen Pflanzen, den Kampf gegen das Verbuschen und über den historischen wie auch den aktuellen Abbaubetrieb im Steinbruch.

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